Gleichberichtigung…von wegen! – Weltfrauentag

Vor kurzem saß ich mit meiner eigenen und befreundeten Familien im Esszimmer. Wir hatten nett zu Abend gegessen und nur noch die Älteren saßen am Tisch und unterhielten sich. Irgendwie kamen wir dann auf das Thema Gleichberechtigung, welches zu einer teils hitzigen Diskussion führte.

Für mich steht nicht zur Debatte, dass die Gleichberechtigung von Frauen (in Deutschland) in den letzten 100 Jahren einen langen, beschwerlichen Weg genommen hat und die Situation heute deutlich besser als damals ist. Vor allem in Gesetzen und Regularien sehe ich diese Verbesserung. Doch nun müssen sie auch in die Realität umgesetzt und von der Gesellschaft verinnerlicht werden. Denn Ungleichbehandlung zwischen Mädchen und Jungen, Frauen und Männern existiert nach wie vor.

Dies gilt nicht nur für Länder wie Saudi-Arabien, wo Frauen bis vor kurzem noch nicht einmal Autofahren durften. Auch in Europa oder Länder wie den USA sind wir noch nicht so weit, wie viele Menschen denken. Frauen werden oft anders als Männer behandelt, ein Beispiel ist, dass viele Frauen mit er selben Ausbildung und Erfahrung und denselben Jobs wie ihre männlichen Kollegen noch immer weniger Gehalt bekommen als diese. Aber diese ungleiche Behandlung beginnt viel früher.

Mädchen wird immer nur gesagt, wie hübsch sie sind oder dass sie später bestimmt tolle Kinder bekommen werden, aber nicht was für einen tollen Beruf sie haben könnten (es sei denn Modell …). Während Jungs Chemiebaukästen geschenkt bekommen sind, typische Mädchengeschenke Puppen. Doch was sind die Konsequenzen daraus? Im Chemieunterricht in der Schule haben Jungs dann schon Erfahrung und sind selbstbewusster, während Mädchen mit diesem Thema noch nicht in Berührung gekommen sind und deshalb scheuer an die Aufgaben herangehen und viele Fragen stellen. Dadurch entsteht leicht das Bild, Mädchen wären nicht so begabt wie Jungs in Bezug auf Chemie oder anderen Naturwissenschaften. Doch das ist leider nur der erste Schritt der ungerechten Behandlung.

Weil nur Frauen Kinder auf die Welt bringen, können sie in dieser Zeit nicht arbeiten. Oft sind sie es auch, die in den ersten Jahren zu Hause bleiben, dabei liegt es häufig an äußeren Zwängen, zum Beispiel, weil der Mann mehr verdient (siehe ungleiche Bezahlung) oder weil in vielen Unternehmen es nach wie vor verpönt ist, als Mann Elternzeit zu nehmen. Doch das Problem ist nicht nur, dass nur Frauen Kinder bekommen, sondern dass sie, wenn sie zu ihrem Arbeitsplatz zurückkehren, häufig nicht mehr auf dem neusten Stand ihrer Tätigkeit sind und ihr Arbeitsumfeld auch nicht darauf gewartet hat, dass sie zurückkommen. Frauen werden dadurch oft erst wieder in eine niedrigere Position gesetzt und müssen sich ihren Weg zurück neu erarbeiten, während ihre männlichen Kollegen, die zur selben Zeit anfingen, schon einer Spitzenposition nahe sind. Doch auch da hört die Ungleichbehandlung noch nicht auf. 

Die nächste Konsequenz ist, dass Frauen nach Ende ihres Arbeitslebens weniger Rente als Männer erhalten. Sie konnten schließlich nicht, beziehungsweise weniger in ihre Rente einzahlen (durch die Zeit ihrer Schwangerschaft und dem Großziehen der Kinder sowie dem geringeren Gehalt). Frauen werden also bestraft nur auf Grund ihres Geschlechtes.

Doch ich erzähle euch davon nicht nur, weil heute Weltfrauentag ist, sondern vor allem, weil ich geschockt war, wie viele von meinen Freunden erst von diesen Tatsachen informiert werden mussten.  Und es waren nicht nur Männer, sondern auch Frauen, die diese unterschiedliche Behandlung nicht sahen.

Und genau da müssen wir ansetzten, jeder muss die Wichtigkeit dieses Themas realisieren, sensibler werden, sein eigenes, oft unbewusstes, ungerechtes Handeln, unter die Lupe nehmen und bereit sein, nach neuen Wegen zu suchen die zur Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann führen!

Und was denkst du dazu? Sind dir solche Ungleichbehandlungen auch schon aufgefallen?

Ich wünsche euch einen nachdenklichen Weltfrauentag!

Alles Liebe Liz

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