Wiedergefundenes Glück

Ich liebe Bücher schon mein ganzes Leben lang. Lesen gehört zu meinem Alltag. Von klein an wurden mir Geschichten vorgelesen, von meinen Großeltern, meinen Tageseltern, von meinem Vater aber vor allem von meiner Mutter. Kaum konnte ich selbst lesen, habe ich angefangen selbst alle möglichen Bücher zu „verschlingen“. Tatsächlich muss man es genau so ausdrücken, denn oft las ich ein Buch innerhalb ein oder zwei Tage durch. Glücklicherweise brachte meine Mutter mir immer neuen Nachschub aus der Stadtbücherei und in meiner Grundschule herrschte ein reger Austausch von Büchern, vor allem zwischen den Mädchen. Doch wenn ich ehrlich bin, hatte ich die Bücher in den letzten Monaten verloren. Statt abends noch in ein Buch zu schauen habe ich lieber einen Film geschaut. Ich habe mir gesagt, dass, wenn ich einmal anfange, ich es bestimmt wieder nicht aus der Hand legen könnte und ich dafür doch zu wenig Zeit hätte, dass die Bücher, die in meinem Regal darauf warteten, gelesen zu werden, mich nicht so sehr interessieren würden etc. Das stimmte auch zu einem kleinen Teil, aber vor allem hatte ich einfach das Gefühl vergessen, dass das Lesen bei mir auslöst. Zu lange hatte ich mich nicht mehr in eine Geschichte fallen lassen. Bis heute. Ich habe gerade das zweite Buch des Tages aus der Hand gelegt und bin zugleich immer noch ganz in dem Bann des ersten. „So kann man doch die Geschichten gar nicht richtig verarbeiten“, könnte nun argumentiert werden, zumal es auch zwei recht dicke und unterschiedliche Bücher sind. Aber wenn ich einmal von einem Buch eingesogen bin, verlässt es mich so schnell nicht wieder. Ich denke beim Essen darüber nach, beim Duschen und Schreiben. Die Geschichte umgibt mich – und stören sollte man mich am besten nicht in meinen Gedanken, falls ich überhaupt reagieren würde. Es sind keine kitschigen Liebesgeschichten und auch keine Schönwetter-Romane, die ich am liebsten lese (wobei ich beidem auch nicht vollkommen abgeneigt bin) sondern echte Geschichten die mich zum Nachdenken, zum Lachen und Weinen bringen. 

Was ich ausdrücken möchte ist nicht nur meine Liebe zu Büchern, sondern vor allem, dass ich selber merke, wie leicht man von ihnen in der Zeit des Internets, social media und co abdriftet, und plötzlich nur noch Serien und Videos auf YouTube oder den streaming Diensten schaut (in denen ich im übrigen bei den wenigsten roomtouren Bücher oder gar Bücherregale gesehen habe). Jeder soll selbst entscheiden ob diese recht oberflächliche Welt ihm/ihr reicht, mir jedenfalls nicht, wie ich gerade glücklicherweise wieder feststellen konnte! Und falls ihr selbst eine ähnliche Blockade, wie ich hatte, habt, dann bitte ich euch: Nehmt euch die Zeit, ein Buch auszuwählen, auf das ihr euch richtig freut. Nicht eines, was irgendjemand euch empfohlen hat, sondern eines, das euch wirklich anspricht. Und dann lasst euch darauf ein, versinkt darin, und ich bin sicher, es tut euch gut!

Ich wünsche euch viele Emotionen beim Lesen, noch schöne Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Alles Liebe Liz

(Artikel geschrieben in der Nacht zum 24.12)

2 Kommentare zu „Wiedergefundenes Glück

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